Hilfe für Entwicklungsländer e.V. – action myanmar
Im Frühjahr 2008 beschloss die Firma romwell, medizinische Projekte in Myanmar zu unterstützen. Anstoß für dieses Engagement gab einer der Geschäftsführer von romwell, der auf einer Reise durch Myanmar ein Projekt kennenlernte, durch das mit regelmäßigen Spenden aus Deutschland die Gesundheitsversorgung einer Region verbessert wurde. Aus diesem ersten Kontakt wurde eine feste Kooperation mit dem kleinen Verein Hilfe für Entwicklungsländer e.V. – action myanmar. Unser Partner stellt dabei sicher, dass die Gelder ohne Verwaltungsverlust ausschließlich den Projekten, und damit den Betroffenen, zugutekommen.
Bei romwell werden die Projekte durch den Gesellschafter Wolfgang Schilling, seine Ehefrau Dr. Ursula Scheben-Winkelhog, Allgemeinmedizinerin und Internistin, sowie den Vorsitzenden des Beirats, Detlef Schulz, betreut. Seit 2008 wird jedes Jahr eine 4-5 wöchige Reise nach Myanmar durchgeführt. Dr. Ursula Scheben-Winkelhog betreut die medizinischen Projekte, behandelt Patienten und führt Fortbildungen durch. Wolfgang Schilling koordiniert die humanitären Projekte in den Waisenhäusern.
Voraussetzung für das Engagement von romwell war die Gewähr, dass die finanziellen Zuwendungen ausschließlich in konkreten Projekten eingesetzt werden und nicht, wie bei manch anderem Entwicklungs-Projekt, unkontrolliert versickern. Romwells Partnerorganisation Hilfe für Entwicklungsländer e.V. – action myanmar, unter der Leitung von Dr. Werner Heller aus Düsseldorf, arbeitet seit 2004 vor Ort. Betreut werden mehrere Gesundheitsstationen und zwei Krankenhäuser. Es werden Medikamente und medizinisches Material zur Verfügung gestellt, und es sind deutsche Ärzte ohne Bezahlung vor Ort tätig. Besonders schwer erkrankten Patienten wird durch finanzielle Unterstützung der Transport in eines der größeren Krankenhäuser der Stadt und die dortige Behandlung ermöglicht.
Neben der Klinik in Mandalay ist dies die einzige Klinik im Lande, in der Wirbelsäulentuberkulose operiert werden kann und Hüft- und Knieprothesen eingesetzt werden können. Eine indische Hüftprothese kostet € 500,00. Ein Patiententag plus der obligatorischen Begleitperson kostet € 3,00.
Die Metta-Klinik wird mit Medikamenten versorgt. Es werden Sprechstunden abgehalten, spezielle Fälle werden zur Operation nach Yangon oder Mandalay gebracht. Inzwischen liegt der Schwerpunkt der Arbeit von romwell im Bereich der ärztlichen Fortbildung. Die 29 Zentren versorgen rund 170.000 Menschen rund um den Inle-See. Es findet eine Unterstützung mit Medikamenten statt.
In dieser von der französischen Organisation AMFA ( Associon Medicale Franco Asiatic ) erbauten und betriebenen Ambulanz werden täglich bis zu 150 Patienten versorgt. Deutsche Ärzte von action myanmar unterstützen intermittierend die Arbeit vor Ort. Das Projekt wird auch finanziell unterstützt.
Im nördlichen Delta, in Koyachin Village, wurde 2010 von action myanmar ein „Community Center“ mit angeschlossener Ambulanz errichtet. Das Gebäude ist fertig gestellt und hat im Jahre 2011 den Betrieb aufgenommen. Eine Krankenschwester und eine Hebamme arbeiten vor Ort. Das Gebäude ist so ausgelegt, dass es bei Überflutungen auch als sichere Notunterkunft für die Dorfbewohner fungieren kann.
Die AMFA hat im Archipel der Andamanensee in den vergangenen Jahren rund ein Dutzend Ambulanzen errichtet. Sie werden mit Medikamenten und medizinischem Hilfspersonal unterstützt. Action myanmar hat sich finanziell daran beteiligt. Zur Zeit der Militärregierung war es nicht möglich, für diese Region eine Arbeitsbewilligung für ausländische Ärzte zu bekommen. Dies wird sich jetzt sicherlich bald ändern.
Der Schwerpunkt der humanitären Projekte liegt in der Unterstützung verschiedener Waisenhäuser nördlich des Inle-Sees. So wurden in den vergangenen Jahren ein Trinkwasserbrunnen, eine Brauchwasserversorgung und Toiletten finanziert. Im November 2011 wurden in 3 Waisenhäusern alle Kinder unter 12 Jahren medizinisch untersucht und behandelt. Diese Projekte werden gemeinsam mit der deutschen Hilfsorganisation NILA e.V. betreut.
Immer wieder wird Myanmar von plötzlich hereinbrechenden Stürmen heimgesucht. 2008 forderte der Zyklon Nargis über dem Irrawaddy-Delta rund 140.000 Menschenleben. Im März 2011 gerieten 7000 Fischer in der gleichen Region in einen Zyklon. Hunderte von ihnen ertranken. 135 Fischer konnten sich auf die indischen Andamanen-Inseln retten. Sie kehrten erst im November 2011 mit nichts als ihrem Leben nach Myanmar zurück. Zusammen mit dem THW München hat action Myanmar mehr als 100 Fischerboote bauen lassen und an mittellose Fischer übergeben. Auch romwell und sein Schwesterunternehmen Romberg & Sohn, Ellerau, haben sich mit Booten an dieser Aktion beteiligt. So geht eines der Boote nun unter dem Namen „romwell“ in der Andamanensee auf Fischfang. Damit wird die Existenz einer ganzen Familie gesichert.
Myanmar (auch Burma oder Birma) liegt am Golf von Bengalen und grenzt an die Länder China, Laos, Thailand, Bangladesch und Indien. Mit knapp 700.000 km² ist Myanmar rund doppelt so groß wie Deutschland. Mehr als 50 Millionen Einwohner verteilen sich auf 135 Ethnien, von denen die Birmanen (Bamar) mit rund 70% den größten Anteil haben. Hauptreligion ist mit knapp 90% der Buddhismus.
Der südostasiatische Staat gehörte ursprünglich zu den reichsten Ländern der Region. Seit 1962 wurde das Land vom Militär regiert. In den letzten 5 Jahrzehnten kamen weder die hohen Einnahmen aus dem Vorkommen von Gas und Öl, noch aus den großen Teakholzvorkommen der breiten Bevölkerung zugute, so dass die Diskrepanz zwischen einer kleinen reichen Oberschicht und der verarmten Bevölkerung immer größer wurde. Besonders unzureichend ist die Situation in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit. Die Firma romwell unterstützte aus diesem Grund durch regelmäßige Spenden zunächst Projekte im Gesundheitsbereich und inzwischen auch in anderen humanitären Bereichen.
Seit 2010 gibt es positive politische Veränderungen. Zwar haben sich die Militärs auch weiterhin eine führende Machtposition gesichert, doch ist in vielen Bereichen des Lebens eine demokratische Öffnung zu spüren. Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Khi ist inzwischen ins Parlament gewählt worden und hat aktuell wieder eine führende Rolle in der gesellschaftlichen Gestaltung übernommen. Fotos von ihr waren jahrelang verboten und werden jetzt überall öffentlich verkauft.
Es ist zu hoffen, dass auch bald die letzten kriegerischen Konflikte zwischen ethnischen Gruppen und der Zentralregierung beendet werden. Dann würden nach 65 Jahren die weltweit längsten Bürgerkriege zu Ende gehen.
Bei den nachfolgenden Fotos handelt es sich um Bilder, die auf den vier Myanmarreisen 2008 bis 2011 entstanden sind. Es handelt sich um Portraits und Gruppenbilder, die in Städten und Dörfern entstanden sind. Sie zeigen einen Teil der Vielfalt der zahlreichen Ethnien Myanmars und sie zeugen in vielen Fällen von der großen Freundlichkeit, die uns entgegengebracht worden ist. Uns ist dabei bewusst, dass wir uns nicht in den Krisen- und Kriegsgebieten des Landes aufgehalten haben.

Dr. Usch Scheben-Winkelhog / Wolfgang Schilling
Ellerau im August 2012



























































































































































































